Die Kuratin / der Kurat
„Besteht der Stamm nur in einer Pfarrei, so ist die Stammeskuratin / der Stammeskurat in der Regel eine Seelsorgerin / ein Seelsorger dieser Gemeinde. Es kann auch eine andere Seelsorgerin / ein anderer Seelsorger zur Stammeskuratin oder zum Stammeskuraten gewählt werden. Zur Stammeskuratin oder zum Stammeskuraten können Priester, Diakone oder Frauen und Männer gewählt werden, die über eine kirchliche Beauftragung verfügen. In allen Fällen muss die Wahl der Stammeskuratin oder des Stammeskuraten im Einverständnis mit den zuständigen kirchlichen Stellen erfolgen. Dies trifft auch für Stämme in Internaten und Heimen zu.“4 Was heißt das nun konkret? Den christlichen Glauben aktiv zu erleben und sich mit ihm auseinanderzusetzen ist für die Mitglieder eines kirchlichen Kinderund Jugendverbands eine sehr wichtige Erfahrung. Gleichzeitig bedarf es für einen Pfadfinderstamm in der Regel einer guten Vernetzung mit den Gemeinden oder Pastoralverbünden vor Ort. Diese beiden Aufgaben obliegen in erster Linie der Kuratin oder dem Kuraten. Möglich sind Seelsorgerinnen oder Seelsorger oder Frauen und Männer aus dem Stamm, die für dieses Amt qualifiziert und kirchlich beauftragt werden.
Aufgabe und Funktion der Kuratinnen und Kuraten
In den Stämmen vor Ort haben Kuratinnen und Kuraten die Aufgabe, im Alltag der Gruppen und des Stammes Ansprechperson für die Mitglieder des Stammes auf ihrem Glaubensweg zu sein und das pfadfinderische Leben mit Impulsen zu bereichern. Sie helfen dabei, Gottes Wirken auch im Alltag erlebbar zu machen, und zwar sowohl im Gruppenstundenals auch im Lageralltag. Dies geschieht kontinuierlich und auf vielfältige Weise, jedoch haben Kuratinnen und Kuraten auch einen eigenen Zugang, um spirituelle Elemente bewusst in den Stamm, die Leiterrunde und auch in einzelne Gruppen einzubringen. Weiterhin sind Kuratinnen und Kuraten eine Bereicherung, wenn
4 Bundesleitung der DPSG (2017), S. 7
Stämme oder Gruppen spirituelle Elemente feierlich begehen wollen. Zum Beispiel bei Eucharistiefeiern, Wortgottesdiensten, Veranstaltungen zum Friedenslicht oder bei besonderen Tagen des Stammes, sei es ein Jubiläum oder der Namenstag der Patroninnen und Patronen. Im Sinne der Ordnung der DPSG haben Kuratinnen und Kuraten nicht die pastorale Aufgabe der Kirche allein zu leisten. Kuratinnen und Kuraten sind mit den weiteren Leitungskräften der DPSG gemeinsam Zeuginnen und Zeugen des Glaubens.5
Hauptamtliche Kuratinnen und Kuraten – Vor- und Nachteile
Sollte ein Stamm eine Kuratin oder einen Kuraten haben, die oder der hauptberuflich im Team der Geistlichen als Pfarrer, Vikar, Gemeindereferentin oder Gemeindereferent oder andere hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche tätig ist, so lässt sich diese enge Verbindung sicherlich gut nutzen, um eng zusammenzuarbeiten. Die Einbindung in die Stammesstrukturen ist bei diesen Konstellationen jedoch eventuell schwierig, da an den Wochenenden auf Geistliche auch viele weitere Termine warten. Ebenso übt ein Teil des Vorstands eben nicht rein ehrenamtlich das Amt in der DPSG aus, sondern übernimmt die Aufgabe vielleicht im Rahmen ihrer oder seiner Arbeitszeit. Die so möglicherweise auftretenden Stolpersteine wie unterschiedliche Zeitfenster für die Vorstandsarbeit, eine unterschiedliche Sicht auf die Arbeit im Stamm oder andere Zugänge zur spirituellen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedürfen guter Absprachen und eines offenen Miteinanders. So kann der Stamm als Teil kirchlicher Kinderund Jugendarbeit ein klares Profil und sehr gute Angebote bereithalten.