Die Leiterrunde – ein bunter Haufen
In den Leiterrunden treffen sehr unterschiedliche Menschen aufeinander. Erfahrene und unerfahrene Leitungskräfte, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Arbeitssuchende, Frauen und Männer, wohlhabende und weniger wohlhabende, alte und junge Menschen, Traditionalistinnen und Traditionalisten und Modernisierer, Kernige und Weicheier, Menschen mit unterschiedlichsten pädagogischen Vorstellungen, Menschen mit und ohne Einschränkungen, usw... Es gibt unterschiedliche Fraktionen, Teilgruppen, Allianzen und Parteien. Dieser bunte Haufen hat als gemeinsamen Nenner die Freude an der ehrenamtlichen Arbeit in einem Pfadfinderstamm. So unterschiedlich die Menschen in einer Leiterrunde sind, so unterschiedlich können die Erwartungen an den Vorstand sein. Zum Beispiel haben sich ältere Menschen oft an bestimmte Abläufe gewöhnt, sie mitentwickelt und wertschätzen gelernt. Dieses Gefühl äußert sich manchmal in dem Satz „Das haben wir schon immer so gemacht.“. Jüngere Mitglieder der Leiterrunden reagieren auf diesen Satz häufig mit Unverständnis. Sie wünschen sich neue Ideen, Offenheit und möchten aktiv mitgestalten. Etwas zu tun was „schon immer so wahr“ reizt sie nicht als ehrenamtliche Tätigkeit. Die Unterschiedlichkeit der Leiterinnen und Leiter birgt einiges an
Konfliktpotential. Die Aufgabe eines Vorstands ist zu vermitteln, damit sich alle gewertschätzt und respektiert wissen, sich entsprechend wohlfühlen und weiter in der Zusammenarbeit bleiben. Natürlich ist es sinnvoll, die Unterschiedlichkeit zu thematisieren, bevor es zu eskalierenden Konflikten kommt. Im Rahmen von Gesprächen, externen Moderationen, Klausurtagungen und dergleichen können solche Spannungen bearbeitet werden. Wenn es gelingt, dass sich die unterschiedlichen Parteien jeweils in den anderen hineinversetzen, können gemeinsame Lösungen gefunden werden. Hierbei ist wichtig, die Aussagen auf ihren Werte-Gehalt zu überprüfen und die hinter den praktischen Konflikten stehenden Werte zu erkennen und wertschätzend einzubringen. Zum Beispiel sind Werte wie „Beständigkeit“ und „Tradition“ sicherlich ebenso nachvollziehbar und zu verstehen wie “Veränderung“ und „Lebendigkeit“. Je mehr es dem Stammesvorstand gelingt, die Leiterrunde zu einem Ort zu machen, in dem Unterschiedlichkeiten als Bereicherung gesehen und gelebt werden, desto größer ist die Möglichkeit für alle, sich im Stamm wohl und angenommen zu fühlen. Dies geschieht in den meisten Fällen durch gemeinsames praktisches Tun. Eine Leiterrunde, die sich an einer Sozialaktion beteiligt oder gemeinsam eine Spaß-Aktion macht oder etwas, wo es „nur“ darum geht, die anderen besser kennen zu lernen, wird so auf vielen Ebenen gut zueinander finden und sich erleben.