Leiterinnen- und Leiterbindung

Ein Stamm funktioniert nur mit Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen. Im Kapitel zur Leiterinnenund Leitergewinnung ist zu lesen, wie es gelingen kann, Menschen zur Mitarbeit in der DPSG zu begeistern. Doch auch wenn man einmal vom Lagerfeuerfeeling befallen ist, Gefallen an der Gemeinschaft der DPSG und tolle Erlebnisse mit den Gruppen gemacht haben, so bedarf diese Begeisterung doch einer gewissen Pflege, um möglichst lange anzudauern. Wichtige Grundpfeiler, um die Motivation der Leitenden und Mitarbeitenden lange zu erhalten und eine gute Bindung an den Stamm zu erzeugen, sind:

kleine Anreize für positive ein guter gemeinsame die weitere Rückmeldung und Informationsfluss Erlebnisse Tätigkeit Aufmerksamkeit

Leiterinnen und Leiter sollten das Gefühl bekommen, etwas bewegen und sich ausprobieren zu können ( -> Ideen aus der Leiterrunde werden aufgenommen, der Vorstand boxt nicht alles durch, es werden in der Leiterrunde bzw. Stammesleitung echte Entscheidungen getroffen und nicht nur Entscheidungen des Vorstands abgenickt, auch Ungewöhnliches wird mal ausprobiert, es übernehmen nicht immer die gleichen die gleichen Aufgaben, sondern andere bekommen die Chance, es anders zu machen,...). Ein guter Informationsfluss ist wichtig, damit Leiterinnen und Leiter, aber auch insbesondere Mitarbeitende, die oftmals noch deutlich weniger vom Stammesalltag mitbekommen, sich mit aktuellen Entwicklungen identifizieren und sich gut eingebunden fühlen. Wie die Informationen innerhalb des Stammes weitergegeben werden, ist auf

unterschiedliche Art möglich. Oftmals werden neben den Protokollen der Stammesversammlung auch Protokolle der Leiterrunden (oder Auszüge aus den Protokollen mit denjenigen Informationen, die gut einer größeren Runde zugänglich gemacht werden können) an einen Verteiler der Leiterinnen und Leiter sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versendet. So gibt es regelmäßig „Post“ vom Stamm und es besteht schnell die Möglichkeit, sich zu informieren. Etwas „professioneller“ ist natürlich ein regelmäßiger Rundbrief bzw. ein Newsletter. Wer Zeit hat vielleicht noch ein paar Fotos (vielleicht vom neu renovierten Gruppenraum oder der neuen Pinnwand) in ein Dokument zu packen und dieses dann herumzuschicken, erreicht sicherlich viele Personen, die eben nicht regelmäßig in der Leiterrunde sind. Je nach Möglichkeit und nach einer Überarbeitung, die sicherstellt, dass nur Informationen, die für alle bestimmt sind, übermittelt werden, macht es Sinn diese Informationen auch an ehemalige Mitglieder, ehemalige Leitungskräfte, die Mitglieder des Rechtsträgers, die Mitglieder des Fördervereins, die Mitglieder des Teams der Pfarrgemeinde, etc. zu senden. Wichtig ist es jedoch, dass diese Liste auch gepflegt wird, sodass Personen, die die Informationen nicht mehr erhalten möchten, auch aus dem Verteiler entfernt werden. Im Sinne des Datenschutzes sollten bei einem solchen Verteiler die Mailadressen der Adressatinnen und Adressaten unsichtbar sein. Für einige der erwachsenen Personen im Stamm ist es wichtig, auch außerhalb der Gruppenstunden und der Leiterrunde gemeinsame Aktivitäten anzubieten. Selbstverständlich kann die Leiterrunde auch aktive Inhalte bereithalten, doch die Erfahrung zeigt, dass Leiterrunden oftmals sehr schnell zu Gremien werden, in denen ausschließlich geplant, diskutiert und abgestimmt wird, sodass neben diesen Tagesordnungspunkten kaum noch Zeit für Spaß und gemeinsame Aktionen besteht. Viel eher als an diese langen arbeitsreichen Abende erinnert man sich gern an gemeinsame Erlebnisse, die Leiterrundenspaßtage, gemeinsame Ausflüge, das gemeinsame Besuchen eines Kinofilms, einer Ausstellung, die Teilnahme an einer Leiterrundenveranstaltung auf Bezirks-, Diözesanoder Bundesebene, vielleicht sogar ein Leiterrundenlager. All diese Aktionen schaffen gute Möglichkeiten, als Gruppe enger zusammenzuwachsen und sich über Persönliches und Pfadfinderisches gut auszutauschen. Als kleine Anreize für die weitere Tätigkeit sind solche Möglichkeiten gemeint, die unseren Leitenden und den Mitarbeitenden ermöglicht werden, eben weil sie bestimmte Aufgaben übernehmen. Vielleicht stehen Zelte auch für private Feiern und Veranstaltungen zur Verfügung (zu beachten ist hierbei aber auf die Frage der Haftung

– zum Beispiel beim Verleih von Stammesmaterial) oder Geburtstage können im Pfadfinderheim gefeiert werden. Auch die Finanzierung der Ausbildung in der DPSG durch den Stamm und kleine Geschenke wie z.B. ein Aktions-T-Shirt oder eine Friedenslichtkerze vermitteln ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Stamm und stärken dieses. Am Ende des Jahres oder vor den Sommerferien kann der Vorstand auch gerne zum Dankeschön-Essen einladen. Selbstverständlich sind mit diesen kleinen Anreizen die unzähligen Stunden, die jede und jeder Einzelne in den Stamm und seine Tätigkeit investiert nicht „bezahlt“, jedoch vermitteln sie neben ihrem kleinen finanziellen Vorteil vor allem eine hohe Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Um diesen wichtigen Punkt zu unterstreichen ist es immens wichtig, auch mit Worten die ehrenamtliche Arbeit der Leitenden und Mitarbeitenden zu loben und sich zu bedanken. Positive Rückmeldungen und ein aufmerksamer Umgang miteinander nicht nur zu bestimmten Anlässen, sondern das ganze Jahr hindurch, sind immens wichtig. Alle freiwillig Tätigen haben sich selbstverständlich auch zum eigenen Spaß aber vorrangig erst einmal für die Kinder und Jugendlichen aus den Gruppen oder, mit Delegation des Vorstands, auch für das Vorstandsteam engagiert. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, auch wenn es vielen manchmal so vorkommt. Stelle man sich nur einmal eine Woche ohne die ehrenamtlich Mitarbeitenden in einem Stamm oder einer Gemeinde vor. Auch wenn etwas einmal nicht gut läuft und es Anlass zur Kritik geben sollte, so darf das positive Feedback in keinem Fall vergessen werden.