Die (konkrete) Gestaltung einer Leiterrunde

Nach den vorherigen eher theoretischen Gedanken sollen die nächsten Punkte den Blick auf das konkrete Leiten der Leiterrunde richten. Dies umfasst neben der inhaltlichen Leitung auch die Aufgabe, die Struktur bzw. den Ablauf der Leiterrunde im Blick zu behalten. So kommen neben den inhaltlichen Punkten noch Fragen der Moderation

bzw. Gesprächsführung, der Protokollführung und die Wahl geeigneter Methoden als Aufgaben zusammen [MINDMAP].

Drumherum – Rahmen, Vorund Nachbereitung einer Leiterrunde In allen Stämmen entwickeln sich nicht nur im Umgang mit den Gruppen und bei Fahrten und Lagern spezielle Eigenheiten, auch die Leiterrunden sind oftmals geprägt von typischen Elementen und Strukturen, die sich zwischen den Stämmen sehr unterscheiden.

Vorbereitung / Einladung Der Stammesvorstand lädt zur Leiterrunde ein. Wie genau diese Einladung verläuft, kann sich jede Leiterrunde bestenfalls gemeinsam überlegen. Ob es Briefe, E-Mails, Notizen in sozialen Netzwerken, Gruppen in Messenger-Programmen oder etwas ganz anderes ist – wichtig ist, dass alle zeitnah erreicht werden und die Informationen eindeutig sind. In der Regel tagt eine Leiterrunde mindestens einmal im Monat. Ein fester, regelmäßiger Termin erleichtert Organisation und Jahresplanung (z.B. immer am ersten Montag im Monat, am letzten Samstag, …). So können sich alle langfristig darauf einstellen. Eine (schriftliche) Einladung des Vorstands erinnert an den Termin, dient zur Information über das, was alles besprochen werden soll (Tagesordnung) und ermöglicht damit den Beteiligten, sich auf das Treffen vorzubereiten. Zumeist ist hier eine kurze E-Mail oder eine sonstige kurze Nachricht als Erinnerung sehr sinnvoll. Wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass Anfangsund Endzeit zur aktuellen Besetzung der Leiterrunde passt. Nur weil die Leiterrunde „schon immer jeden vierten Dienstag um 19 Uhr“ stattgefunden hat, muss dies nicht für die Zukunft gelten. Ebenso wichtig wie ein verbindlicher Startzeitpunkt ist auch ein verlässlicher Zeitpunkt, wann die Leiterrunde zu Ende ist. Da die meisten schon einen langen Tag in der Schule, im Job oder im Studium hinter sich haben werden, ist ebenfalls zu berücksichtigen, wann und wie viele Pausen eingebaut werden, damit die gesamte Gruppe arbeitsfähig bleibt.

(Gemütlicher) Rahmen Ob mit der Leiterrunde gegessen wird, wer Getränke besorgt, ob nach der Leiterrunde ein gemütlicher Teil folgt, ob und in welcher Form spirituelle Inhalte, z.B. als Einstieg in die Leiterrunde, geplant sind, dies alles hat sich in den einzelnen Stämmen sehr unterschiedlich entwickelt. Der Vorstand hat dies im Blick, muss aber keineswegs alles

selbst machen. Je nach Situation im Stamm bzw. in der Leiterrunde können die Aufgaben auch auf verschiedene Personen, Stufenleitungen, Vorbereitungsgruppen und dergleichen aufgeteilt werden. Zur Gestaltung und zur Anregung kann der Stammesvorstand auch selbst besondere Elemente einbringen. Als Beispiele seien hier genannt: aktive, aktivierende, spielerische Einstiege, auflockernde Spiele zwischen verschiedenen Themen, Mix von Kleingruppenund Plenumsarbeit, Visualisierung von Arbeitsergebnissen, usw…

Anfangsund Endpunkt / Nachbereitung / Ergebnissicherung Mit Blick auf Konzentrationsund Aufnahmefähigkeit der Teilnehmenden sollte jede Sitzung der Leiterrunde einen festen Anfangsund einen spätesten Schlusspunkt haben, der nur in Ausnahmefällen deutlich überzogen wird. Die Sitzungsleitung ist in Sachen Pünktlichkeit Vorbild und hat auf die Einhaltung der Zeiten zu achten. Themen sind ggf. zu vertagen (nächste Sitzung, zusätzliche Treffen, Arbeits-/Kleingruppe, usw.), Arbeitsergebnisse zu sichern und allen zugänglich zu machen. Eine etablierte Protokoll-Regelung erspart ermüdende Diskussionen zu Beginn oder dass immer dieselben das Protokoll schreiben. Gute Visualisierungen von konkreten Arbeitsergebnissen (zum Beispiel auf einem Flipchart) ermöglicht effizientes Arbeiten.

Eine kurze Abschlussrunde / Reflexion Auch das Aufräumen und das Protokoll während oder nach der Sitzung der Leiterrunde sollte bedacht sein und gemeinsam mit der Leiterrunde fair auf alle verteilt werden. Dies alles sind weitaus mehr als Pflichtaufgaben, sondern sie stellen Stil und Kultur einer Gruppe, also der Leiterrunde, dar und sind somit zu schätzen, zu pflegen und weiterzuentwickeln.