Methoden zur Anwendung in einer Leiterrunde
Die Wahl geeigneter Methoden ist von vielen Aspekten abhängig (Gruppengröße, Tagesform, Thema, Vertrautheit der Gruppe, …), sollte einerseits gut überlegt sein, und muss andererseits situativ angepasst werden. Mit Zeit und Erfahrung wird der eigene „Methodenkoffer“ immer voller. Als kleine Anregungen sind hier einige methodische Hinweise kurz aufgelistet.
In der nachfolgenden Tabelle finden sich Anregungen dazu, welche Methoden sich für unterschiedliche Vorhaben in der Vorstandssitzung, der Leiterrunde etc. eignen können. Dies sind allerdings keine Methoden, die in jeder Situation passen, sondern wie bei jeder Methode haben diejenigen, die sie einsetzen, die Aufgabe, die jeweiligen Methoden und die Personen, zu deren Unterstützung die Methode angedacht ist, im Blick zu behalten. Die Methode richtet sich in aller Regel nach den Erfordernissen der Gruppe und nicht andersherum.
AuflockerungsStrukturierende Visualisierungstechniken Reflexionsmethoden Methoden zur Entscheidung / und Aktivierungsübungen Moderationsmethoden Erarbeitungsformen (Sozialform) Spirituelle Einstiegsimpulse Gesprächsleitung und RednerPowerPoint-Präsentation, Folie, Methoden zur Reflexion am SitEinzel-/Teamarbeit, Kleingruppe, Ankommen / Wie geht es mir? liste Plakat, Film / Video, Bilder / Fozungsende Arbeitsgruppe, Plenum Runde (was gibt es Neus aus Redestab / Redestift tos / Dia-Vortrag Jahresreflexion (Jahresplanung) Kollegiale Beratung (festes Abden Gruppen, usw.) Blitzlicht / Stimmungsbild Plakatmitschrift Projektbezogene Reflexionen laufschema) Ausführlicher Bericht einer Einzelarbeit / Mauscheln (mit Meta-Plan (Zettel / Karteikarten- (Pfingsten, Pfarrfest, SommerlaBrainstorming (Ideen sammeln) Gruppe (statt jeder 2 Min., wo es Nachbarin oder Nachbar) / KleinTechnik) ger, usw.) Methoden zur Informationsredukdoch nichts Neues gibt) gruppe / Plenum Pround Contra-Liste Reflexion von Arbeitsstil und Artion (von vielen Ideen zu einer Warm-Up-Einheiten mit BeweMethoden der EntscheidungsfinAufstell-Übungen (wofür stehe beitsmethoden in der Leiterrunde konkreten Umsetzung) gung, z.B. auch die Möglichkeit, dung ich…) oder in den Leitungsteams Aufstellübungen / Positionierundie Vorbereitung und Anleitung Abstimmungen (versch. MehrSkalierungen … gen durch die Teams rotieren zu lasheitsprinzipien, usw.) … Skalierungen sen Themenspeicher … … Pausen / Mauschelpausen / Sitzungsunterbrechungen Motivationsreden / Plädoyer …
Ein Redestift / Redestab (oder ein anderer Gegenstand) zeigt an, dass diejenige (und ausschließlich diese) Person, die den Stift vor sich hat, aktuell reden darf. Dies kann hitzige Diskussionen strukturieren und ersetzt eine Gesprächsleitung weitestgehend, da sich die Reihenfolge der Rednerinnen und Redner selbst ergibt. Ebenso kann eine Redeliste eine gute Methode sein, um sicherzustellen, dass alle, die sich beteiligen möchten, auch sprechen können. Wenn es dem Vorstand wichtig ist, die Meinung aller Anwesenden zu hören, so ist ein Blitzlicht eine gute Möglichkeit hierzu. Hierbei werden alle Anwesenden aufgefordert, kurz! (ggf. auch hier festlegen, wie lange es dauern darf) die eigene Position zum aktuell beratenen Thema darzustellen. Dabei wird nicht auf die Beiträge der anderen eingegangen oder diskutiert, sondern nur die eigene Einschätzung zu der Frage gegeben.
Sollten während der Bearbeitung eines Themas Ideen oder Vorschläge zu anderen Themen auftauchen, bietet sich ein Themenspeicher an. Auf diesem Blatt oder an einer sonstigen Stelle können Ideen zu anderen Themen „geparkt“ werden, bis sie genutzt werden können. So bleiben sie erhalten, irritieren aber die aktuelle Diskussion nicht weiter.
Entscheidungsvorbereitung – Entscheidungsfindung Um Entscheidungen gut gemeinsam treffen zu können, müssen zunächst alle wichtigen Informationen für alle zugänglich sein. Mit einer großen Pro-und Contra-Liste können alle gefundenen Vorund Nachteile gut dargestellt werden und alle haben denselben Wissensstand. Auch besteht die Möglichkeit das Blitzlicht (siehe oben) zu nutzen, um eine Idee von der aktuellen Stimmungslage zu bekommen.
Aufstellübungen und Positionierungen. Wenn schon deutlich wird, dass es eine überschaubare Anzahl an Ideen gibt (deutlich weniger als 10 sollten es sein), kann die Leitung die Teilnehmenden bitten, sich an bestimmten Orten (Ecken im Raum, auf Blättern, etc.) zu positionieren. Hierbei gewinnt die Leiterrunde schnell einen Überblick über Favoriten und Außenseiter. Eine ähnliche Methode ist die Positionierung mit Gegenständen oder Symbolen, die für jede und jeden Einzelnen oder für einzelne Gruppen eingesetzt werden. Zum Beispiel könnten die einzelnen Stufen ein Symbol erhalten oder man kann Schuhe, Punkte, Steine, etc. legen oder kleben, um Zustimmung oder Ablehnung mit einer gewissen Wertung (Nähe und Entfernung zu einem bestimmten Punkt) darstellen zu können. Mittels Skalierungen lassen sich ebenfalls Entscheidungstendenzen und Stimmungen in der Leiterrunde ausdrücken. Es wird eine bestimmte Skala vorgegeben, z.B. von 0 = keine Zustimmung bis zu 10 = allergrößte Zustimmung. Nun haben die Beteiligten die Möglichkeit, ihren aktuellen Stand vorzustellen – so bekommen alle schnell einen Eindruck über die Einschätzung aller Personen im Raum. Im Folgenden kann man anhand dieser Skala arbeiten und Veränderungen im Diskussionsprozess abbilden sowie seine eigene Position im Laufe der Diskussion für andere sichtbar verändern. Wenn beim Vorstand der Eindruck entsteht, dass eine allgemeine Unruhe herrscht und / oder ganz viele Beteiligte den Wunsch haben sich auszutauschen, dann bieten sich
Pausen und vor allem Mauschelpausen an. Letzteres sind kurze, etwa 10-minütige Pausen, in denen alle den Auftrag erhalten sich mit anderen Personen über das Thema zu unterhalten. Danach haben sich oftmals viele Argumente verfestigt oder erledigt. Ein strukturiertes Vorgehen ermöglicht eine inhaltliche Kleingruppenarbeit. In dieser können Positionen und unterschiedliche Argumente gut auf den Punkt gebracht und inhaltlich ausgestaltet werden. Hierzu benötigen die Kleingruppen einen klaren Arbeitsauftrag und eine klare Zeitvorgabe, damit die Ergebnisse vergleichbar sind. Aus diesen Kleingruppen heraus oder aus dem Plenum, also der Großgruppe, können Motivationsreden (Plädoyer) gehalten werden, in denen diejenigen, die von einem Thema am meisten begeistert sind, ein bis zwei Minuten Zeit haben, die anderen mithilfe einer mitreißenden Rede zu begeistern.