Die Auswahl von Zielgruppen bei der Leiterinnen- und Leitersuche

Pfadfinderinnen und Pfadfinder sollen stets gut vorbereitet sein, wie Baden-Powell es durch seine Aufforderung “be prepared” forderte. Wenn nun in der Personalplanung deutlich wird, dass ein Bedarf an personeller Ergänzung besteht, erleichtert es die Suche sehr, wenn bekannt ist, welche Merkmale Personen haben sollten, um den Stamm gut zu ergänzen.

• Wie alt soll oder darf jemand mindestens oder höchstens sein? • Brauchen wir eher Frauen oder Männer? • Wie viel Zeit sollte derjenige investieren, also was erwarten wir? (Gruppenstunden, Fahrten, Teilnahme an Leiterrunden und sonstigen Aktivitäten) • Wie lange sollte sich jemand mindestens engagieren? • Reicht uns auch jemand, die oder der nur ein Jahr mitmachen möchte? • …

Mit einer solchen Beschreibung lassen sich viel schneller Ideen entwickeln, wo die gesuchten Personen am ehesten anzutreffen sind. Um festzulegen welche Personengruppen angesprochen werden sollen, bietet es sich an, mit dieser „Stellenanzeige“, also die Anforderungen, die im vorherigen Teil beschrieben wurden, zu arbeiten. Mit diesen Ideen werden sich einige Bereiche schon ausschließen oder sogar direkt anbieten. Auf der Suche nach eher jüngeren Leiterinnen und Leitern ergibt es eventuell weniger Sinn über die Skatgruppen der Gemeinde nachzudenken. Werden jedoch Personen gesucht, die in der Gemeinde schon bekannt sind und einige Erfahrung in der Veranstaltung von Aktionen haben, ist die Idee der Skatgruppe vielleicht sogar sehr gut.

Hinweise zu möglichen Orten und Vorgehensweisen für erste Kontakte:

• Massenmedien wie zum Beispiel das Radio, Fernsehen, aber auch das Internet bieten die Möglichkeit, möglichst viele Menschen anzusprechen. So werden eventuell Personen auf den Stamm aufmerksam, die ganz neue Orte für ihr Engagement suchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ganz viele Personen direkt darauf reagieren ist jedoch eher gering. Eher anzunehmen ist, dass Eltern und Jugendliche aufmerksam werden und in der Folgezeit mehr Kinder oder Jugendliche zu den Gruppenstunden kommen. • Werden Menschen gesucht, die in der Gemeinde bekannt sind oder Kontakt zur Gemeinde haben, ist es gut, in der Gemeinde die anderen Gruppen zu informieren, dass Leitungskräfte gesucht werden. • Für Menschen aus der näheren räumlichen Umgebung bietet es sich an, Werbung vielleicht mit Aushängen in den örtlichen Geschäften, an der Kirche oder am Pfarrheim zu machen. • Wer auf der Suche nach jungen Menschen ist, kann die örtlichen Schulen mit einer Oberstufe, die Berufskollegs (insbesondere diejenigen mit sozialer Ausrichtung), Berufsschulen oder auch die Hochschulen ansprechen. Insbesondere Menschen, die neu in den Ort gezogen sind, sind oftmals vielleicht dankbar für einen Stamm, der die Möglichkeit bietet, sich schnell einzuleben. • Vielleicht gibt es in den Stämmen auch die Möglichkeit, Frauen und Männer als Leitende anzusprechen, die noch nicht lange in Deutschland leben und z.B. nach Deutschland geflüchtet sind. Hier haben Hilfsorganisationen vor Ort vielleicht Ideen, ob es Geflüchtete gibt, die gerne mit Menschen im Kontakt sind und Interesse haben im Stamm mitzuarbeiten. • Menschen, die schon Kontakt zur DPSG haben und vielleicht umgezogen sind, werden durch Anfragen im Internet oder in Infobriefen aufmerksam. • Durch Informationen bei Stammesveranstaltungen können Eltern, Geschwister und andere nahestehende Personen der Mitglieder erreicht werden. • Eltern können natürlich auch direkt bei Stammesversammlungen, Elternabenden oder (wenn schon direkt einzelne Personen im Blick sind) auch im Einzelgespräch angesprochen werden. • In vielen Städten gibt es Freiwilligenagenturen, die Menschen vermitteln, die sich ehrenamtlich betätigen möchten. Oftmals sind es ältere Menschen, die

nach dem Ende ihrer Berufstätigkeit sinnvolle Tätigkeiten suchen. Vielleicht hält der Stamm für diese Menschen ein tolles Angebot bereit.

Auch im persönlichen Umfeld der Leiterrunde sind oftmals noch Menschen zu entdecken, die die DPSG interessant finden und Lust haben sich zu engagieren. Wenn man sich in der Leiterrunde vornimmt, dass jedes Mitglied der Leiterrunde eine Bekannte oder einen Bekannten, eine Arbeitskollegin oder einen Arbeitskollegen oder eine Freundin oder einen Freund anspricht, so kommen in kurzer Zeit ziemlich viele Menschen als potentielle Leiterinnen und Leiter in Betracht, von denen vielleicht einige interessiert sind. Der persönliche Kontakt macht die Begleitung leicht und die Mitglieder der Leiterrunde können so schon vorher einschätzen, ob die Pfadfinderei etwas für die ausgewählte Person sein kann und ob sie oder er zum Stamm passen könnte. Ebenso wichtig für die Gewinnung von Leiterinnen und Leitern kann es sein, Kontakt zu ehemaligen Gruppenmitgliedern und auch ehemaligen Leitungskräften zu halten. Viele junge Erwachsene verlassen die DPSG nach ihrer Zeit als Roverin oder Rover und werden nicht direkt Leiterin oder Leiter oder sonstiges Mitglied der Leiterrunde. Es gibt im Leben statistisch jedoch eine Phase, in welcher Menschen nach Familiengründung und wichtigen Schritten im Beruf wieder mehr Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten aufbringen. Gut also, wenn der Kontakt nie ganz abreißt.