Der Verhaltenskodex
Viele Stämme, die sich mit der Erstellung von Schutzkonzepten für ihre Stammesmitglieder beschäftigen, haben einen Verhaltenskodex erstellt. In einem solchen Dokument beschreiben die Menschen im Stamm, wie sie ganz konkret vorgehen, um Übergriffe und Grenzüberschreitungen zu vermeiden. In einem solchen Verhaltenskodex könnte beispielsweise stehen: Pfadfinderinnen und Pfadfinder reden sich beim Vornamen an. Wenn wir einander Spitznamen geben, nutzen wir diese nur, wenn das von betreffender Person gewollt ist. Von Seiten der Leitenden und Mitarbeitenden werden Kinder und Jugendlichen nicht zu Geheimnisträgern gemacht. Körperkontakt hat bei uns immer einen offensichtlichen Zweck (z.B. Begrüßung, Erste Hilfe, Trost, Aufmunterung, Spiele, etc.) Die Zimmer und Zelte aller Beteiligten sind als deren Privatbzw. Intimsphäre zu akzeptieren Ein Betreten dieses Raumes wird immer rechtzeitig angekündigt. Auch Kinder und Jugendliche untereinander werden auf das Einhalten hingewiesen. Bei Fahrten und Lagern sorgen wir für getrennt geschlechtliche und angemessen altersmäßig gestaffelte Rückzugsräume. Auch bei Veranstaltungen, wo getrenntes Schlafen nicht möglich ist, wird dafür gesorgt, die Rückzugsräume (Bspw. getrennte Umkleidemöglichkeiten, Toiletten, etc.) zu gewährleisten. Wenn diese besonderen Gegebenheiten im Vorfeld bekannt sind, thematisieren wir dies sowohl mit den Gruppenmitgliedern als auch mit den Sorgeberechtigten. Dies sind lediglich einige wenige Beispiele. Man kann diesen Kodex gut gemeinsam mit der Leiterrunde erarbeiten und auch Kinder und Jugendliche mit einbeziehen. Wenn gemeinsam die individuell wichtigen Punkte erarbeitet wurden, sorgt der Vorstand dafür, dass alle Personen im Stamm den Verhaltenskodex kennen, indem er diesen den neuen Leitungskräften vorstellt und die Punkte, die die Gruppenmitglieder betreffen, auch den Gruppen vorgestellt. Eine weitere gute Möglichkeit ist, den Verhaltenskodex in den Gruppenräumen auszuhägen.