Ausbildung der Ausbilder*innen – Module

Wer in der DPSG ausbilden möchte, muss selbst ausgebildet sein, hinter unseren Werten und Zielen stehen sowie bestimmte Anforderungen und Vorraussetzungen erfüllen. Das Konzept der „Ausbildung der Ausbilderinnen und Ausbilder” beschreibt diese und die Möglichkeiten zu deren Erwerb für die folgenden Zielgruppen:

Quelle auf dpsg.de

1. Zielgruppen

Zielgruppen

Die Woodbadge-Ausbildung besteht aus zwei Bereichen: der Modulausbildung und dem Woodbadge-Kurs. Für diese Bereiche müssen Teamer und Teamerinnen sowie deren Trainer und Trainerinnen ausgebildet werden.

Der erste Teil der Modulausbildung, der Einstieg und die Praxisbegleitung, finden in der Regel auf Stammesebene statt. Hier sind die Stammesvorstände verantwortlich für die Ausbildung. (Kapitel 3)

Teamerinnen und Teamer der Module kommen in der Regel aus der Stammes-, Bezirks- oder Diözesanebene. Sie sind zuständig für die Durchführung des Einstiegs und der einzelnen Bausteine bzw. bringen ihre Fachkenntnisse in diese ein.

Eine besondere Rolle nehmen dabei die Verantwortlichen im Team ein, die die Verantwortung für einzelne Veranstaltungen und das Team übernehmen. (Kapitel 4)

Teamerinnen und Teamer der Kurse sind in der Regel Mitglieder der Stufenarbeitskreise auf Diözesan- und Bundesebene und weitere geeignete Personen. Sie sind verantwortlich für die Durchführung des Woodbadge-Kurses und die Begleitung der Woodbadge-Reflexion. (Kapitel 5).

2. Kompetenzbereiche

Kompetenzbereiche

Unterschiedliche Kompetenzen sind nötig, um qualifiziert ausbilden zu können. Im Folgenden sind diese Kompetenzen beispielhaft beschrieben:

Unter Selbstkompetenz verstehen wir die Fertigkeiten eines Menschen, bezogen auf den Umgang mit sich selbst. Die wesentlichen Kernpunkte der Selbstkompetenz sind:

  • eigenes Verhalten reflektieren
  • achten auf eigene Befindlichkeit (Körper, Geist, Seele)
  • Verantwortung übernehmen im Wechselspiel von Verhalten und Befindlichkeit
  • eigene Interessen, Bedürfnisse, Wünsche wahrnehmen und benennen
  • offen sein für Rückmeldungen anderer
  • bewusster Umgang mit eigenen Stärken und Schwächen/Grenzen
  • Umgang mit eigenen Ressourcen (Selbstschutz)
  • Fertigkeit, eigene Lernerfahrungen zu benennen und auf andere Situationen zu übertragen
  • Kritik annehmen können

Soziale Kompetenzen sind für uns Fertigkeiten im Umgang mit anderen Menschen. Folgende Kernpunkte sind wesentlich:

  • sensibel sein für die aktuelle Situation der einzelnen Teilnehmenden und deren Lebensgeschichte (biografischer Ansatz, …)
  • sensibel sein für die aktuelle Situation der Gruppe und deren Entwicklung
  • Einfühlungsvermögen (Empathie) und Fähigkeit zum Perspektivenwechsel
  • wertschätzender, respektvoller und annehmender Umgang mit dem Gegenüber
  • Verantwortung übernehmen für die Gruppe und die Teilnehmenden
  • Fertigkeit, Entscheidungswege zu begründen und Handeln transparent zu gestalten
  • eigene Interessen vertreten und aktiv einbringen
  • Offenheit für andere Meinungen, Erwartungen, … (z.B. durch aktives Zuhören) und Eingehen darauf
  • Kompromissfähigkeit
  • Kritik annehmen und damit umgehen können sowie diese angemessen äußern
  • Feedback geben und annehmen können
  • Initiative übernehmen (Gespür für das richtige Maß)
  • bewusste Übernahme der Vorbildfunktion für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Umgang mit Konflikten

Methodenkompetenz bedeutet für uns, passende Mittel und Techniken zum Erreichen von Zielen zu kennen und richtig einsetzen zu können. Dazu zählen beispielsweise …

  • Anleitung, Initiierung und Durchführung von Reflexionen zum Handeln der Gruppe
  • Anleitung, Initiierung und Durchführung von Reflexionen zum Handeln des Einzelnen
  • Einsetzen verschiedener sozialer Arbeitsformen (Plenum, Groß- und Kleingruppe, …)
  • Fertigkeit, die Handlungsfähigkeit der Gruppe positiv zu beeinflussen
  • Strukturierung und Gestaltung (Stil und Kultur) von Lernsituationen
  • Fertigkeit, Transferprozesse zu gestalten
  • Beobachtung von Gruppenprozessen
  • Kenntnisse und Anwendung verschiedener Techniken der Gesprächsführung und der Moderation
  • Methoden zur Entscheidungsfindung und Mitbestimmung kennen und einsetzen
  • Anregung zur Auseinandersetzung mit der eigenen Leitungspersönlichkeit
  • Einsatz verschiedener Methoden (musisch, kreativ, kognitiv, spirituell, …)
  • Gespür für den situationsgerechten Methodeneinsatz haben
  • mit Konflikten umgehen können

Mit Fachkompetenz meinen wir die vertiefte Kenntnis und das Verständnis von allgemein pfadfinderischen und speziellen Sachthemen, um die jeweilige Aufgabe erfüllen zu können. Fachkompetenz geht durch das Verständnis des Inhalts über reines Fachwissen hinaus. Als Beispiele seien genannt:

  • Grundlagenwissen zur Persönlichkeitsentwicklung (Menschenbild der DPSG)
  • Lebenswelt von Leiter/innen
  • Kenntnis des Leitungsverständnisses der DPSG („leiten”, „führen”)
  • Ordnung und Satzung des Verbandes
  • Prinzipien und Methode der Pfadfinderbewegung
  • weiteres spezifisches Fachwissen

3. Ausbildung der Vorstände im Bereich der Ausbildung

Ausbildung der Vorstände im Bereich der Ausbildung

Die Vorstände der verschiedenen Ebenen sind verantwortlich für die dort stattfindende Ausbildung. Zudem sind sie in der Regel selbst Ausbildende. Entsprechend müssen auch sie selbst ausgebildet werden.

Dazu dient die eigene Ausbildung für Vorstände (vgl. 3.2 Konzept Ausbildung der Vorstände). Für den Bereich der Ausbildung der Leiterinnen und Leiter überschneiden sich jedoch die Inhalte mit denen der Modul-Teamerinnen und -Teamer. Hier bieten sich gemeinsame Ausbildungsformen für beide Gruppen an.

4. Ausbildung der Modul-Teamerinnen und -Teamer

Überblick

Ausbilderinnen und Ausbilder sollen selber gut ausgebildet sein. Das gilt auch für den Bereich der Modul-Ausbildung. Dabei ist hier sicher die Besonderheit, dass sehr unterschiedliche Menschen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund und in verschiedenen Rollen in der Ausbildung aktiv sind.

Wichtig ist dabei die eigene Ausbildung der Teamerinnen und Teamer. Fort- und Weiterbildungsangebote bieten Möglichkeiten, diese fortzuführen und in bestimmten Bereichen zu intensivieren.

Elemente der Ausbildung

Die Ausbildung der Modul-Teamerinnen und -Teamer läuft in verschiedenen Schritten ab. Zu Beginn steht die Frage, aufgrund der eigenen Erfahrungen als Gruppenleiter/in im Team der Modul-Ausbildung mitzuarbeiten.

Im Einstiegsgespräch mit dem zuständigen Vorstand stehen die Motivationsklärung und die bewusste Entscheidung zum Teamen im Vordergrund. Zudem werden die Erwartungen und Kompetenzen abgeklärt.

Wichtig ist es hier zu unterscheiden, ob es sich um eine regelmäßige Mitarbeit in verschiedenen Bausteinen oder der gesamten Modul-Ausbildung handelt oder um eher themenbezogene Mitarbeit bei einzelnen Veranstaltungen.

Im Mitleiten erster Bausteine sammeln der Teamer und die Teamerin erste Erfahrungen, die im Team reflektiert werden.

Diese regelmäßige Reflexion trägt dazu bei, die Selbstwahrnehmung und das Gespür zur Fremdwahrnehmung zu vertiefen, die eigene Kritikfähigkeit zu steigern, mit Stresssituationen umzugehen und Führung zu übernehmen.

Das Modul-Leitungstraining (MLT) vermittelt notwendige Kenntnisse für die Durchführung von Schulungen. Das MLT soll vor der ersten Praxiserfahrung besucht werden. Damit dient es zugleich dem Austausch und der Vernetzung von erfahrenen Teamerinnen und Teamern und neu einsteigenden.

Voraussetzungen

Im Bereich der Modul-Ausbildung übernehmen Menschen in sehr unterschiedlichen Rollen sehr unterschiedliche Aufgaben, deshalb braucht es dazu auch sehr unterschiedliche Voraussetzungen.

Grundsätzlich sollen Teamerinnen und Teamer, die dauerhaft in der Modul-Ausbildung aktiv sind, selbst eine abgeschlossene Woodbadge-Ausbildung haben.

Im jeweiligen Team muss mindestens eine Teamerin/ein Teamer die Verantwortung für die jeweilige Veranstaltung übernehmen. Sie müssen an einem MLT teilgenommen haben.

Empfohlen ist ein regelmäßiger Besuch aller Teamerinnen und Teamer am Modul-Leitungstraining.

Verantwortlich für die Berufung der Teamerinnen und Teamer ist der jeweilige Vorstand. Er führt mit ihnen das Einstiegsgespräch und achtet auf eine regelmäßige Reflexion der Praxis.

Zu einzelnen Veranstaltungen können Fachleute aus dem Verband oder von außen als Expertinnen und Experten hinzugezogen werden.

Modul-Leitungstraining

Grundlegende Ziele – Der Teamer/die Teamerin …

  • klärt seine/ihre Rolle als (verantwortliche/r) Teamer/in
  • reflektiert seine/ihre eigene Erfahrungen
  • übernimmt zunehmend Führung
  • erweitert und vertieft die eigene Methodenkenntnis
  • vertieft seine/ihre Kenntnisse in der Moderation
  • entwickelt seine/ihre rhetorischen Fähigkeiten weiter
  • erwirbt Kenntnisse für die Gestaltung von Seminaren
  • erweitert die Fachkompetenz zum jeweiligen Modul

Weitere mögliche Ziele können nach folgenden Teilzielen ausgewählt werden: Methodenkenntnis, Moderation, Rhetorik, Planung und Durchführung von Ausbildungsveranstaltungen sowie Fachkompetenz.

Die Zusammenstellung der Inhalte liegt beim Veranstalter. Dabei ist es wichtig, auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden zu achten und abzufragen, wo besonderer Ausbildungsbedarf liegt.

Entsprechend wird sich auch das Leitungsteam des MLT zusammensetzen. In jedem Fall ist auf eine paritätische Besetzung des Teams zu achten.

Vernetzung

Die Durchführung der Ausbildung im Bereich der Woodbadge-Module ist in den einzelnen Diözesanverbänden sehr unterschiedlich geregelt – insbesondere was die Verantwortlichkeiten für die einzelnen Bausteine betrifft.

Deshalb ist hier eine kontinuierliche Absprache und gemeinsame Koordination z.B. zwischen Bezirken und Diözese wichtig, um tatsächlich eine flächendeckende Ausbildung für alle Leiterinnen und Leiter zu gewährleisten.

Um eine fundierte Schulung der Modul-Teamerinnen und -Teamer zu gewährleisten, bieten sich besondere Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Diözesanverbänden an. Das Modul-Leitungstraining kann beispielsweise gemeinsam mit Nachbardiözesen oder auch in der Region stattfinden.

Die Verantwortlichen für die Ausbildung in den Diözesanverbänden treffen sich regelmäßig bundesweit, um Austausch und Kooperation zu gewährleisten.